These 2: Kirche wird anders sein – und auch Ehrenamt wird anders sein, wenn wir aus dem Lockdown herauskommen.

18.2.2021

nicoleganss

Neue Initiativen wie Einkaufsnetze, Impfpat*innen, Telefondienste und Digitalpat*innen sind entstanden und haben das freiwillige Engagement stark gemacht. Zugleich zogen sich langjährig Engagierte zurück. Mittagstische und ...

Neue Initiativen wie Einkaufsnetze, Impfpat*innen, Telefondienste und Digitalpat*innen sind entstanden und haben das freiwillige Engagement stark gemacht. Zugleich zogen sich langjährig Engagierte zurück. Mittagstische und Gesprächsgruppen fielen aus. Leihomas und Besuchsdienste hatten es schwer. Manche wurden beklatscht, manche sind gekränkt. Was ist jetzt nötig? Das alte mit Dank verabschieden, das neue begrüßen: Das braucht bewusste Reflexion, Rollenklarheit und Verantwortung. Von wem können wir lernen?

Beiträge zu “These 2: Kirche wird anders sein – und auch Ehrenamt wird anders sein, wenn wir aus dem Lockdown herauskommen.

  1. Maßgebend wird sein, was in der Gemeinde gebraucht wird. Das kann Neues UND Altes sein. Diese Art von Ehrenamt lebt, lernt und entwickelt sich selbst durch die Vielfalt des Engagements, ggf. unterstützt durch gezielte Fortbildungen.

  2. Meiner Erfahrung ist: Ehrenamt wird meist sehr engagiert ausgefüllt, hat aber auch seine, meist zeitlichen und familiären, Grenzen. Fortbildungen sind etwas tolles, kosten aber Zeit. Verlässlichkeit im Ehrenamt vor Ort ist nicht einklagbar, sondern nur durch wertschätzende Begleitung zu bekommen. Ehrenamt lebt von den persönlichen Begabungen der entsprehenden Ehrenamtlichen. Und eben auch von der Wertschätzung und Wahrnehmung des ehrenamtlichen Engagements durch Hauptamtliche. Die müssen da sein, um die ehrenamtliche Arbeit individuell zu begleiten. Sich selbst verwaltendes Ehrenamt gelingt selten und hat seine Tücken.
    Wenn in Zukunft Kirche auf massiven Pfarrstellenabbau setzt (wie in der letzten Landessynode beschlossen), werden Ehrenamtliche und Ihre jeweiligen Begabungen immer wichtiger.
    Für mich besteht eine Schwierigkeit darin: Wenn das Leben einer Kirchengemeinde zukünftig mehr und mehr von den jeweiligen Begabungen der Ehrenamtlichen abhängen wird, wird auch das Angebot der jeweiligen Kirchengemeinde (immer mehr oder ganz) von den Begabungen der engagierten ehrenamtlichen Gemeindeglieder bestimmt. Was wird aus gemeindlichen Bedürfnissen, für die sich zufällig gerade keine ehrenamtlich engagierte begabte Person findet, die das gerne übernehmen möchte und auch kann? Zitat U. Ritzkat: „Maßgebend wird sein, was in der Gemeinde gebraucht wird…“ ? Ein schöner und richtiger Satz. Aber ohne ein dichtes Netz von Hauptamtlichen, die diese Dinge vor Ort professionell erkennen und auffangen, wenn es keine Ehrenamtlichen dafür gibt, — bleibt dieser schöne Satz ein ungedeckter Scheck.

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